Kohfeldt? “Dann wird er seinen Job zur Verfügung stellen”

Nach der 0:3-Pleite bei RB Leipzig ist die Situation für Werder Bremen bedrohlicher denn je. Mit gerade einmal 17 Punkten nach 22 Spielen stehen die Norddeutschen derzeit auf Platz 17 und schwebt in akuter Abstiegsgefahr. 

Doch trotz der Horror-Serie unter Florian Kohfeldt muss der Werder-Trainer nicht um seinen Job bangen. “Wir haben Überzeugung in die Arbeit von Florian”, sagte Sportdirektor Frank Baumann bei Sky. “Wir werden alles dafür tun, dass wir mit Florian, mit der Mannschaft die richtigen Maßnahmen finden, um uns zu befreien.”

Die Runde im CHECK24 Doppelpass ist hinsichtlich des Bremer Cheftrainers gespalten. “Wir können die Personalie nicht beurteilen”, findet Gladbachs Vize-Präsident Rainer Bonhof. “Du fährst nicht nach Leipzig, um zu gewinnen. Du musst gegen die in deiner Tabellennähe gewinnen.” 

Allerdings müsse sich Kohfeldt selbst hinterfragen, findet Bonhof. “Diese Serie, die er hingelegt hat – da muss er auch mal nachdenken.”

Werders Schwäche sind die Standards

Bedenklich findet der Weltmeister von 1974 vor allem die Entstehung des ersten Gegentores in Leipzig, das nach einem Freistoß fiel. “Man kann die Standards trainieren. Beim ersten Tor war es Bewegungsstarre.” 

Jetzt das aktuelle Trikot von Werder Bremen bestellen – hier geht’s zum Shop! | ANZEIGE

Das Thema Gegentore nach Standards ist in Bremen allgegenwärtig: Schon 15 Mal schlug es im Werder-Kasten nach einem Freistoß oder Eckball ein, das sind die meisten aller Teams. Alleine zehn Gegentore fielen nach Eckbällen, kein anderer Bundesligist schluckte hier mehr als fünf Treffer. 

Doch auch Axel Kruse, früherer Hertha-Stürmer, ist sich nicht sicher, ob ein neuer Trainer die eklatanten Werder-Probleme in den Griff bekäme. “Die Entscheidungsträger müssen wissen, ob der neue Trainer die Standardtore vermeiden kann. Wenn du gegen Leipzig spielst und aus dem Spiel heraus kein Tor kassierst, dann weiß ich nicht, was der Trainer machen soll.”

Rettig über Bremer Weg: “Finde ich großartig”

Eindruck bei Kruse hinterlässt der Werder-Coach mit seinen Analysen nach den Spielen: “Das ist großes Kino, wenn man sich nach dem Spiel so hinstellt.“

Für den früheren DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig ist die Sache eindeutiger. “Wo ist morgen der Trainer, der dir den Klassenerhalt verspricht? Ich finde es großartig, sich zum Trainer zu bekennen. Kohfeldt kennt die Mannschaft am besten. Jeder neue Trainer muss erst die Mannschaft kennenlernen. Die Bremer haben mit Schaaf einen guten Weg gewählt. Ich habe in Köln Funkel zu früh entlassen. Friedhelm und ich haben uns wieder versöhnt.”

Rettig glaubt, dass der Werder-Coach von sich aus zurücktreten würde, wenn er die Zeichen erkannt hat: “Kohfeldt ist seit 2001 mit Bremen verbunden. Ich glaube ihm, dass er ein ehrlicher, aufrechter Vertreter von Werder ist. Wenn er glaubt, dass er es nicht mehr schafft, dann wird er seinen Job zur Verfügung stellen.”

• Weiterlesen •

Scroll Up